22.4.15

Vergissmeinnicht

Heute haben wir mit den Kindergartenkinder noch mal eine lange Wanderung gemacht. Drei Stunden unterwegs. Vom Kindergarten in den Wald. Ich will mit den Kindern ein Herbarium machen, das heißt, jedes Kind soll sich so ein Herbarium machen. Ein kleines. Und dafür sind wir heute los gewandert und haben Wildblumen gesucht. Lohnt es sich überhaupt heutzutage noch ein Herbarium zu machen? Viele Erwachsene wissen gar nicht mehr was das ist. Wozu hat man das denn früher gemacht? Wozu braucht man so was überhaupt? Zur Pflanzenbestimmung? Die Kinder werden ein Blumen-, Pflanzennamen mehr wissen? Aber kriegt man nicht so was tausendmal besser und genauer im Internet? Dafür muss man doch nicht drei Stunden durch die Gegend wandern.  Stimmt einfacher wäre es schon. Es geht uns aber gar nicht um die Pflanzennamen und auch nicht um einfacher und schneller. Eigentlich geht es darum für diese Dinge ein Gefühl zu bekommen, zu staunen und sich zu wundern, ein geradezu liebevolles Verhältnis zu diesen Dingen zu haben. Schaut euch nur mal diese vielen kleinen blauen Blumen an! Mitten im Wald. Vergissmeinnicht heißen die. Vergesst es nicht.
Hier drunter auf den Bildern kann man eine Blüte von einer Schlüsselblume sehen. Die gelben Kronblätter sind schon verwelkt, und der Fruchtknoten ist rund und dick, da ist der Samen drin, für neue Schlüsselblumen, der Samen ist noch nicht ganz reif, aber bald, dann werden wir ihn sammeln, in Gläsern oder in kleinen weißen Papiertüten, werden den Blumennamen darauf schreiben und das Datum und wer gesammelt hat und vielleicht im nächsten Frühjahr werden wir wieder Schlüsselblumen säen und dann im Frühjahr und so weiter, Jahr um Jahr, denn das Leben besteht aus Wiederholungen und es gibt keinen Anfang und kein Ende.   

21.4.15

Get out if the hype comes around

Heute habe ich einen Freund besucht. In Düsseldorf. Ne, in Bilk, das ist ja noch mal was anderes. Oder? Nach dem Frühstück sind wir durch Bilk gewandert. An jeder Tür, auf jedem Türschild an dem wir vorbeikommen, steht der Name von irgendeiner Kreativfirma: Filmemacher, Schmuck- und Klamottendesign, Ateliers für Kinder, kreative Ideen und kreative Texte.Und natürlich passend dazu die Cafes für die Leute. Und da haben mein Freund und ich uns gefragt, ob die denn alle von dem was sie so machen leben können? Oder ob die alle so leben wie wir. Wir sind nicht erfolgreich, dafür können wir machen was wir wollen und machen uns ein schönes Leben. Bei Boesner, Künstlergroßhändler, vorige Woche stand neben der Eingangstür ein schöner Satz, in englisch: Get out if the hype comes around. Dann haben wir um zwei Ecken rum ein leerstehendes Ladenlokal gefunden. Vielleicht machen wir da mal was. Was Kreatives. 

19.4.15

Unterwegs mit dem Fahrrad

Am Wegrand viele neue Pflanzen. Noch wenig Blüten, Gänseblümchen, Löwenzahn, Schlüsselblumen, aber viele grüne, aprilgrüne Blätter und Gräser. In den Bordsteinrändern, an den Feldwegen, auf dem Mittelstreifen der Wege, kleine Gärten. Genau komponiert, zufällig und ausgewogen, chaotisch mit einer genauen Ordnung. Die Ordnung in diesem scheinbaren Durcheinander zu entdecken, sie zu verstehen, die Regeln des Zufälligen sich zu merken und weiterzuphantasieren, das wäre dann zeichnen. Und mit diesem Wissen des Zeichners sollte mir die Gestaltung des eigenen Gartens vor und hinter dem Haus, mit Hausgartenpflanzen doch wohl irgendwann mal gelingen. 

15.4.15

Kressestullenessen auf der Kinderinsel

Erstaunlich und wunderbar wie achtsam die Kinder mit dem Material und den Geräten und auch sich selber heute umgegangen sind. Die Kresse haben wir ja auch selber gesät. Und das Brot haben wir auch selbst gebacken. Fast alle haben sich Kresse auf das Brot mit Quark gestreut, haben probiert und es hat ihnen geschmeckt. Draußen essen. Ein Kind sagt: Draußen Brot essen ist noch schöner als drinnen Brot zu backen.

14.4.15

Noch schöner

Das hat sich schon ganz schön rumgesprochen, wie unser Garten jetzt bunt aussieht, sagt meine Frau zu mir. Bei wem? Ich denke sofort an die Nachbarn.  Sie meinte aber die Bienen, Wespen und Hummeln, die uns jetzt so oft besuchen.  Das ist ja noch schöner.

13.4.15

Soll ich das etwa sein?

Ich mache mit den Kindern im Kindergarten einen Garten. Hab ich ja schon mal erzählt. Hinterm Haus. 2 x20 Meter Bis gestern eine langweilige Wiese. Wenn ich jetzt hier im Blog darüber erzähle, dann darf ich ja keine Fotos von den Kindern im Internet veröffentlichen. Also habe ich mir ausgedacht, ich zeichne das Wichtigste was wir so gemacht haben. Bestimmt kommt jetzt jemand und fragt, wer soll das denn sein? Soll das etwa ich sein? Bei Fotos fragt das nie einer.
Hier drüber kann man genau sehen, was wir gemacht haben: Die Wiese ratzekahl abgemäht, Gras gekehrt, war ganz schön viel, gebuddelt haben wir auch und viele Regenwürmer gefangen, die Regenwürmer haben jetzt ein neues Zuhause, mit Erde, Sand, trockenem Laub und Kaffeefiltertüten mit Kaffeesatz. In einem großem Glas. Ja, ich weiß, wir lassen die auch wieder frei.