27.8.14

Traumtagebuch

Wenn ich aufwache, erinnere ich nicht mehr den ganzen Traum. Ein paar Sätze sind geblieben, manchmal nur Worte oder Bilder. Ich zeichne, schreibe die Traumreste auf. Am Tag ergänze ich diese Reste, Fragmente, lasse weg, phantasiere hinzu. Manchmal finde ich in meinem Skizzenbuch jemanden , den ich heute Nacht gesehen habe: So sahen die Leute aus! Ein Traumtagebuch für die encyclopedia of everthing (Siehe post von gestern). Die beiden Bilder hier drüber sind nicht in dem Buch. Der Traum vom brennenden Pferd ging so: Weil einem Pferd ein bisschen kalt war, zündeten ein paar Leute die Satteldecke an, um das Pferd zu wärmen. Das Pferd blieb ruhig stehen, schloss verträumt die Augen und lächelte sogar ein wenig, obwohl es doch eigentlich furchtbare Schmerzen haben musste. Noch im Traum dachte ich, dass dieses Bild doch den Zustand unserer Gesellschaft recht gut erzählt. 

26.8.14

Lange Schule und Fiselregen

Pauline ist jetzt im 3. Schuljahr. Unterricht bis 13.20 Uhr. Heute morgen habe ich sie mit dem Auto zur Schule gefahren, habe noch eine Morgenwanderung gemacht, einmal um den Pudding, es hat geregnet, gefiselt, wie man hier sagt, es hat sogar den ganzen Tag weitergeregnet, also eine gute Zeit zum Arbeiten. Ein Buch, gedruckt mit Polystyrol und HP D 2660. DIN A 5, ein paar Seiten. Ein Traumtagebuch. A book swap. For the "Encyclopedia of Everything". An enterprise, an adventure set off and featured by Cheryl Penn. Am 7. Oktober gibts ne Austellung. Ich habe vergessen wo. Irgendwo in Süd Afrika. Auch nicht schlecht. Ich habe noch was vergessen: Was hat mir die Arbeit heute morgen für eine Freude gemacht!

23.8.14

Bücher drucken und Suppen kochen

Drucken mit Polystyrolplatten. Das Material hat ne Laufrichtung, einmal läuft der Bleistift gerade durch, dann ruckelt es wieder, ein widerspenstiges Material, aber das ist das Schöne: Wie kann ich mit dem Material arbeiten, wie kann ich die Vorteile nutzen, wie kann ich mich auf das Material einlassen? Einfach sein, Grundformen finden, Fehler gut finden, fröhlich bleiben. Ich meine, mit einem Kolinsky Rotmarder Pinsel male ich auch andere Bilder als mit einem flachen Borstenpinsel. Und dann merke ich, dass dieser Gedanke nicht nur fürs Drucken, Zeichnen und Malen gilt sondern überhaupt. Fürs Kochen zum Beispiel. Was haben wir denn so im Schrank? Und daraus mache ich jetzt ne Suppe. Suppen koche ich am liebsten. Bald sind die Kürbisse reif. Ich freue mich schon. Bis bald. Einen schönen Tag noch. 

22.8.14

Noch ein Erzählkartenspiel

Die Kindergartenkinder zeichnen selbst was auf die Karten. Was uns gerade so einfällt. Viele Karten zeichnen wir. Und dann erzählen wir uns was. Die Karten sind ein tolles Mittel ins Erzählen zu kommen. Einer sagt den ersten Satz, nur den einen, mehr muss er gar nicht wissen. Dann macht ein anderer weiter. Und was auch einer dann erzählt ist richtig. Man kann nix falsch machen bei dem Spiel. Wir erzählen zusammen, wenn einem bei einer Karte nix einfällt, darf er noch eine neue nehmen. Oder ein anderer macht weiter. Wir haben auch festgestellt: Man kann besser erzählen, wenn ein anderer oder sogar mehrere andere zuhören. Richtig gut zuhören. Das muss man auch können! Die jüngeren Kinder schauen sich die Karten an und sagen, was da zu sehen ist, ohne eine Geschichte zu erzählen. Auch nicht schlecht. Also, es hat uns viel Spaß gemacht.
Eine Geschichte ging ungefähr so:
Es war einmal ein schreckliches Ungeheuer.
Das lebte ganz allein in einem Keller. Das war da nämlich eingesperrt.
Weil ein Schloss vor der Türe war
Das Monster hatte noch nie eine Wolke gesehen oder den blauen Himmel
Es wäre so gerne ein Pirat auf einem Piratenschiff gewesen.
Der Keller war voller Ameisen
Das Monster durfte auch niemals ein bisschen Fernsehen kucken
Plötzlich fand es in einer Ecke von dem Keller den Schlüssel und konnte die Türe aufmachen.
Da sah es am Himmel die Sonne. Zum ersten Mal.

19.8.14

Ein Erzählkartenspiel

Ich habe im Haus alte Spielkarten gefunden. Skatkarten und andere. Die habe ich überklebt mit Dekopapier, Illustrationen, ausgeschnitten aus alten Kinderbüchern, Papierreste aus der persönlichen Schnipselkiste, eigene Zeichnungen, die ich von den Kindergartenkindern abgezeichnet habe, Ausschnitte aus Zeitschriften und  ich bin immer noch nicht fertig damit, morgen mache ich weiter. 
Das Erzählspiel geht so. Ungefähr. Ich weiß das auch noch nicht genau. Aber zum Beispiel: Alle Karten gut mischen, dann austeilen, jeder bekommt 4-5 Karten. Dann fängt einer an, legt eine Karte und sagt: "Es war einmal" und sagt den ersten Satz. Dann ist der andere dran, legt eine von seinen Karten und erzählt weiter. Dann wieder der andere. Wenn einer nicht weiter weiß, muss er eine Karte vom Stapel nehmen. Wer zuerst alle Karten abgelegt hat, hat gewonnen. Der muss mit der letzten Karte aber auch ein Ende der Geschichte erfinden. Ungefähr so könnte das Spiel gehen. Oder mit mehr Spielern. Oder alleine. Geht auch.

18.8.14

Stockrosensamen

Ein ganzer Schuhkarton voll Stockrosensamen. Jetzt suche ich einen Platz für einen Stockrosenwald. Guerilla gardening. 

17.8.14

Sommer. Ein Notizbuch. Ein gemaltes Notizbuch. Ein Artist Book.

Ich meine, es regnet ein bißchen viel die letzten Tage. Trotzdem sieht es draußen immer noch wie Sommer aus. Aber ich kann den Herbst schon riechen. Zuerst rieche ich ihn immer, auf einem Gang am Morgen oder auch am Abend. Dann wird die Welt noch mal bunter und dann wird es schlimm. Dunkel, düster, grau, trübe. Was tun? Rilke lesen:

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.