15.12.14

Wer sich um den Garten kümmert, kümmert sich um seine Seele

Gartenarbeit. Im Garten arbeiten. Wer sich um den Garten kümmert, kümmert sich um seine Seele. Welcher Garten? Der da draußen vor und hinter meinem Haus? Oder ist es ein innerer Garten? 
Gestern war ich mit dem Fahrrad unterwegs, kalt war es, eiskalte Hände und Füße, wie mir das aber gefallen hat! Und dann in der Nähe des Fußballstadions in dieser Stadt, eine Brache, bald ist sie weg, da steht schon ein Bauschild, bald kommen die Bagger und räumen diesen Garten, ja, irgendwie sind diese wild wachsenden Randstreifen und Felder auch Gärten, ein Vorbild für mich. Wie kann ich diese Strukturen, Anordnungen nachahmen, weiterphantasieren in meinem eigenen Garten? Und dann finde ich auf dieser Brache, kleine Pflanzen, Sommerflieder, die Blüten sind noch da, manche sogar lila blühend noch immer. Und ich habe eine Plastiktüte in der Tasche, ich wußte es doch! und grabe mit den Händen drei kleine Sommerfliederpflanzen aus. Zu Hause kommen die in Töpfe, morgen fahre ich wieder los. Was will ich mit dem ganzen Sommerflieder? Verschenken vielleicht? Die Schmetterlinge werden sich freuen.

14.12.14

Gestern morgen

Eigentlich sind es fünf. Vier Meisen und ein Rotkehlchen. Kommen immer morgens. Pünktlich, so um 10 Uhr. Die Meisen picken ein Korn auf, flitzen in ein Versteck, futtern da und kommen dann wieder. Das Rotkehlchen bleibt vor meiner Gartentür, kuckt ab und zu ob ich noch da bin und dann fliegen sie alle wieder weg. 
Passt auf, die Christrosen da hinten sind voll giftig! Ich mache mir oft unnötige Sorgen. Nicht nur um die Vögel.  Als ob ich  den Vögeln oder sonst wem was erklären könnte!

13.12.14

Schneewünsche

Gestern war viel Wind, kein Sturm , aber viel Wind, Regen, düster und kalt. Das gemütlichste Wetter, an der Heizung, vor dem Küchenfenster, mit Kaffee und selbstgebackenen Weihnachtskeksen, gedankenverloren den letzten Blättern vom Baum gegenüber nachsehen, sie wehen vorbei  wie Schneeflocken.  Schnee, alle wünschen sich Schnee.

12.12.14

Knospen sind die Babys von dem Baum

Kinderinsel. Steckhölzer schneiden. Was ist ein Steckholz, was ist ein Zweig , was ist eine Knospe? Interessiert das Kinder im Kindergarten, 5, 6 Jahre alt? Lass uns mal so eine Knospe aufschneiden! Die ist aber dick! Weil die von einem Kastanienbaum ist. Und was kann man da drin sehen? Unter den Knospenschuppen die grünen Blätter, die im Frühjahr wachsen werden und da drin, in der Mitte, die Blüte von dem Kastanienbaum. Irgendwie ist schon alles da. Irgendwie ist so eine Knospe also das Baby von dem Baum. Jetzt wissen wir es! Wissen es die Erwachsenen? Ich nicht, ich lerne jetzt mit den Kindern, bin ihnen ein, zwei Schritte voraus. Und Steckhölzer? Was sind jetzt Steckhölzer? Wenn man von einem Busch, Strauch so einen Zweig mit Knospen abschneidet und den in die Erde steckt wächst daraus ein neuer Strauch. Wenn man Glück hat! Wir probieren es aus, echtes Forschen. Also sind wir gestern losgegangen.  Knospen suchen und Zweige schneiden. Aber mit Kindern bleibt es nicht dabei. Wir sind auch auf den Bahndamm geklettert, seit 100 Jahren fährt da kein Zug mehr, alles total zugewachsen, supercool da oben, dann haben wir, weil für uns Kinder endlich mal der Weg frei war, keine Autos, keine Spaziergänger, da haben wir mal ein Wettrennen gemacht, ganz alleine ein paar vorneweg. Und in dem alten verlassenen, ein wenig gruseligen Tunnel unter dem alten Bahndamm haben wir nach Gespenstern gesucht. Waren aber keine da. Also haben wir wie die Gespenster geheult und gejammert. Es war auch noch Gespensterblut an den Wänden. Eh, Klaus, das ist weiße Farbe! Quatsch, Gespenster haben doch weißes Blut, weißte das nich?  Ach ja, alle wollten mal meine Arbeitshandschuhe anziehen. Siehe Bild oben! Die hatte ich für die  Heckenrosen mitgenommen. Wir müssen nochmal los gehen! Vielleicht schneit es ja bald mal. Bis dann.

9.12.14

Zeichenpause

Du zeichnest immer die gleichen Sachen! Wie viele solcher Bücher gibt es jetzt schon! Das ist doch langweilig! Hör doch mal auf damit! Genau, ich mache mal eine Zeichenpause, eine Art Retreat. Wie geht es mir, wenn ich nicht zeichne? Was mache ich dann stattdessen? Sonst kann ja nix Neues entstehen. Bis dann, schöne Tage.

7.12.14

Innere Bilder

Hier drüber, ein Bild von Pauline: Unser Garten. Ich habe gelesen, schade, ich weiß nicht mehr wo, das Michael Ende gesagt haben soll, er wäre in einer van Gogh Ausstellung gewesen und als er da raus kam, hätte er die Welt genauso gesehen, wie auf den Bildern von van Gogh. Und diesen van Gogh Blick hätte er sich bis heute erhalten und könnte ihn nach Belieben an- und ausstellen.Mir geht das so mit den Kinderbildern. Und immer mehr zeichne ich so, wie die Kinder zeichnen.  Wir lernen sozusagen voneinander. Und nach dem gemeinsamen Zeichnen bin ich dann draußen unterwegs und sehe und sage zu mir, siehste, da ist es doch! Ich glaube ich will die Welt auch so sehen, wie in einem tollen, wunderbar illustrierten Buch mit Geschichten, Märchen und Gedichten. Aber wie Michael Ende kann ich diesen Blick auch an- und ausstellen, ich kann also auch den Müll rausbringen, Wäsche waschen und meine Steuererklärung machen.  

5.12.14

Wilde Rosen

Lieber Kindergarten, nächste Woche gehen wir los. Einen ganzen Vormittag. Egal wie kalt es ist. Zieht euch warme Sachen an! Steckt ein paar heiße Kartoffeln in die Jackentaschen! Wir gehen Heckenrosen suchen. Die Büsche natürlich, Blätter und Blüten gibt es jetzt nicht. Doch gibt es wohl. Schaut mal genau hin.Hier drunter Zweige von einem Kastanienbaum. Seht euch die Knospen an, da drinne sind Blüten und, oder Blätter, ein neuer Zweig, ein kleines Baby ist es noch, kommt erst im Frühling richtig auf die Welt, ist aber jetzt schon da. Schneidet mal so eine Knospe auf! Und wir suchen Büsche von Heckenrosen, sammeln Hagebutten, da sind die Samenkörner drin, und wir schneiden Zweige und machen im Kindergarten Stecklinge, Steckhölzer daraus. Was wird das für ein Frühling werden!